Loc Envel

Oh, wir kamen mit dem Auto in den Ort hinein und bei dem Anblick bin ich fast gegen die Mauer gefahren, denn es geht gleich in einer Kurve abwärts. Unten, zu Füßen des Aufstiegs zur Kirche liegt ein kleiner Parkplatz. Wir konnten uns kaum vorstellen, wie beschwerlich es ist hier zu heiraten. Denn es ist ein kurzer Weg zur Kirche aber sehr steil! Auf 200m sind sicher 35 Meter Höhenunterschied zu bewältigen. Nun wir waren froh, als wir an den Stufen vor der Kirche angekommen waren. Und wer DAS zusammen hinter sich gebracht hat, der wird wohl ein Leben lang miteinander auch Höhen und Tiefen durchstehen.

Die Kirche von Loc Envel Die Kirche von Loc Envel ist wohl die älteste des Landes. Im Glockenturm ist die Zahl 1111 eingraviert. Sie ist dem Heiligen Envel gewidmet. Envel wurde im 6. Jahrhundert in Britannien als eins von drei Geschwistern geboren. Ebenso wie sein Bruder wurde er Priester und auch die Schwester der beiden, Juna gerufen, lebte ein Gott geweihtes Leben. Als die Sachsen in Britannien einfielen, flohen alle drei nach Amorika. Lange wanderten sie an der Küste entlang und entschlossen sich schließlich am Rande des Waldes "Coat an Noz", dem Nachtwald, niederzulassen. Unweit voneinander, so das der Kontakt erhalten bleibe errichteten sie ihre Einsiedeleien. Die Envel´s stand genau dort, wo sich heute die Kirche von Loc Envel erhebt. Sein Bruder siedelte auf dem Gebiet von "Belle-Isle" und Juna´s Einsiedelei befand sich in Plounévez-Moëdec.
Noch heute betet man zum Heiligen Envel, um vor Viehseuchen geschützt zu sein und für gute Ernten zu sorgen. Envel begann mit Ackerbau und Viehzucht für ein Auskommen zu sorgen. Von seinen guten Taten zeugen noch heute die Fenster der Kirche. So ist in einem dargestellt, wie er, einen Wolf vor den Pflug gespannt, die Furche zieht. Für den Wolf ist es die gerechte Strafe, da er Envel´s Stute gerissen und verschlungen hatte. Auf einem anderen Fenster ist zu sehen, wie Eltern auf den Knie´n Envel anflehen ihren Sohn zu retten, der von einer Meute Wölfe umringt ist. Wie alt mag dieses Kruzifix wohl sein?

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